Das hier ist für dich, wenn du viel im Kopf bist, aber noch nicht vergessen hast, dass das Leben draußen stattfindet.
Wenn du organisierst, arbeitest, verhandelst, erziehst, viel zu lange Listen im Kopf hast – und dabei oft erst später merkst, dass der Körper schon Signale sendet. Im Rücken. In der Hüfte. Im Kiefer. Im Nacken. Und in all den kleinen Knoten, die du nur noch unter ‚Müdigkeit‘ fasst. Als passive Spannung: nicht dramatisch genug für Alarm, aber dauerhaft genug, um dein Leben ein bisschen enger zu machen.
Mich interessieren Alltag und Haltung. Die kleinen Szenen, die zeigen, wie wir leben: am Schreibtisch, in Übergängen, beim Tragen, beim Warten, auf der Couch, im Garten, beim Zähneputzen mit Kind. Nicht der perfekte Lebensstil. Sondern die Momente, in denen man merkt: So wie ich das gerade mache, kostet es mich mehr, als ich vielleicht dachte.
Ich kenne diesen Modus von innen. Viele Jahre Schreibtischarbeit, viel Kopf, viel Funktion. Sport war eine Insel für mich – meine eine Stunde am Tag. Und selbst da habe ich mich oft durch Abläufe geschoben. Irgendwann kam die erste Rechnung: Beschwerden, eingeschränkte Beweglichkeit – das Gefühl, nicht wirklich im Körper zu leben, eher irgendwie neben ihm her. Ich habe angefangen, das ernst zu nehmen. Gar nicht als großes Versprechen. Mit kleiner Bewegung, manchmal unkonventionellem Training und der einfachen Frage: Was trägt mich täglich?
Seitdem betreibe Feldforschung – abseits der üblichen „großen“ Gedanken, die sowieso schon meine sind. Ich merke, dass mein Fokus ein bisschen weiter und die Brennweite tiefer wird, wenn ich körperlich anwesender und nicht ständig in Gedanken voraus bin. Wenn ich nicht mehr versuche, alles sofort zu verarbeiten. Ich bin immer noch gerne und viel in meinem Kopf. Aber ich will nicht verpassen, was ich von da aus nicht sehe.
Vielleicht werde ich einfach älter. Vielleicht auch älter und reifer. Vielleicht hält unsere kleine Ida mir den Spiegel entgegen.
Rückblickend macht mich das manchmal melancholisch. Mir wird klar, wie lange ich eigentlich schon da bin – wie viel ich über die Jahre erlebt und gesehen und oft gar nicht richtig mitbekommen habe. Gleichzeitig komme ich mir heute oft wacher vor als früher.
Und genau da setze ich an.
Nicht als LifeCoach auf einer Kiste oder jemand, der sein Leben fertig gelöst hat. Sondern jemand, der ausprobiert, genau hinsieht und Worte sucht für etwas, das viele kennen: dass man eigentlich dauernd mit sich selbst befasst ist – und sich dabei doch nicht näher kommt.
Ich sammle Alltagsszenen wie Beweisstücke: kurz anschauen, einmal drehen – und merken, was der Körper dazu sagt.
Ich lande immer wieder in der Situation, dass ich hinterher denke: Das hätte ich gerne anders gemacht. Genau diese Momente schaue ich mir an, als hinge mein Selbstbild daran.
Du findest hier Texte über Arbeit, Freizeit, Elternsein, Überforderung – und all die kleinen Verhandlungen dazwischen. Manche sind essayistisch, manche praktisch, manche beginnen mit einer unscheinbaren Szene und enden an irgendeinem Punkt, wo plötzlich etwas klarer wird. Der Zusammenhang bleibt derselbe: Der Körper ist nicht bloß dabei. Er schreibt mit. Ob du es wahrnimmst oder nicht. Und er zeigt oft zuerst, wo was nicht stimmt.
Der rote Faden ist: Was verändert sich, wenn man den Körper wieder überallhin mitnimmt – und nicht mehr als Nebensache behandelt?
Was du hier nicht findest, sind Patentrezepte, Optimierungswahn in neuer Verpackung oder einen klugen Lebensentwurf zum Nachmalen.
Was du mitnehmen kannst, ist eine kleine Linse für die Hosentasche, durch die der Blick über den eigenen Tellerrand mit ein bisschen weniger Kopf auskommt.
Ich bin Jan. Ich schreibe für Menschen, die sich im Alltag wiederfinden wollen — klarer, wacher, intensiver und mit etwas mehr Haltung als am Tag davor.
Wenn dich das interessiert, dann bleib noch ein bisschen.
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